Was ist Hermetik

Eine Jahrtausend alte Geheimlehre aus dem alten Ägypten. Sie setzt sich aus drei großen Ebenen und sieben Prinzipien zusammen.

Im alten Ägypten wurde die „Hermetischen Lehren“ nur an Auserwählte weiter gegeben, sie wurden in das Wissen eingeweiht. Aus gutem Grund wurde es nicht Jedem zugängig gemacht; damit es nicht in falsche Hände geriet, wurde es lediglich von Mund-zu-Ohr überliefert und nicht in einfacher Schrift niedergeschrieben. Es bestand neben der einfachen Schrift noch die Schrift der Hohepriester, die bis heute noch nicht entziffert ist. Die Meisten der ägyptischen Hieroglyphen sind bis heute noch nicht lesbar für uns.  Wir benutzen den Begriff „Hermetik“  abgeleitet in Zusammenhängen wie „hermetisch abgeriegelt“ oder „hermetisch verschlossen“ und assoziieren damit, dass absolut nichts nach außen dringen kann.  Das zeigt deutlich, dass es sich um Geheimwissen handelt. Diese Tatsache hat sich über die Jahrtausende im Massenbewusstsein verankert.

Eine Zeit lang dachte ich, wir würden jetzt in der Zeit leben, in dem sich das Geheime in das „für jedermann erfahrbare“ wandelt. Heutzutage ist es möglich, sich die alten Lehren anzueignen, man kann sie in der Literatur oder im Internet finden. Allerdings bin ich durch das intensive Studieren der Lehre, auf etwas Interessantes gestoßen. Der entscheidendste Teil der hermetischen Lehren erschließt sich uns, über unsere innere Wahrnehmung. Im Geist findet die wirkliche Schulung statt. Wer allein nur die Theorie liest und davon spricht, wird immer nur die halbe Wahrheit erfahren. Das tiefe Verständnis erschließt sich über die Anwendung, auf diese folgt die geistige Schau, aus der wiederum entstehen neue Erkenntnisse und erst dann weiß man etwas von dieser umfangreichen Lehre. Allen anderen, die sich nur mit Worten schmücken und sich nicht die Mühe machen, tief ins eigene Innere vorzustoßen und sich mit dem Allumfassenden zu verbinden, wird die Hermetik eine Geheimlehre bleiben.

Erst wenn sich eine gewonnen Erkenntnis, als absolute Wahrheit im Bewusstsein entfaltet hat, man diese ausnahmslos in jeder Situation einbezieht, hat man das Niveau von Halbwahrheiten überwunden.

Wer sich die wertvollen hermetischen Lehren aneignen will, der begibt sich auf einen nie endenden Weg. Stufe für Stufe lohnt sich, sie führen zu mehr Verständnis, Verbundenheit,  Dankbarkeit, Glück, Freiheit und Liebe.

 

Hermes Thrismegistos

Die Hermetik trägt ihren Namen abgeleitet vom Namensgeber Hermes Trismegistos, was so viel heißt wie: der dreimal Große, der Meister aller Meister. Ob Hermes Trismegistos wirklich gelebt hat oder eine Fiktion ist, kann ich hier nur offen lassen. Die Figur setzt sich aus zwei Gottheiten zusammen, die miteinander verschmolzen sind. Zum einen ist das der griechische Gott Hermes, zum anderen der altägyptische Gott Thot.

 

Thot ist einer der ältesten und bedeutendsten Götter des alten Ägyptens (ca. 3700 - 2150 v. Chr.). Er wurde meistens mit einem Menschenkörper und einem Ibiskopf dargestellt, mitunter aber auch als Pavian.

Der ägyptische Priester Manetho, ein Priester des 3. vorchristlichen Jahrhunderts, berichtet auf einem Papyrus, das es zwei Träger des Namens gab, er habe sein Wissen vor der Sintflut in Hieroglyphen aufgezeichnet. Auch in den alten arabischen Texten galt er als Retter des Urwissens und als Erbauer der großen Pyramide . In anderen Texten werden ihm drei, oder auch fünf Inkarnationen zugeschrieben. (Das erinnert an den Dalai Lama, der auch immer wieder geboren wird.)

 

Der ägyptische Gott Thot:

(…)galt Thot als universeller Gott der Weisheit und Verwaltung, als Schutzgottheit der Schreiber. Neben seiner Bedeutung als Erfinder zahlreicher Kulturtechniken, als universelle Kulturgottheit, hatte er auch eine kosmische Bedeutung. Als Mondgott, als Repräsentant der Nachtseite des Sonnengottes wurde er […] wegen seiner Regelungen der Mondphasen und des Laufs der Gestirne verehrt. […] Im Beisetzungs- und Rechtfertigungsritual, dem Übergang des Verstorbenen ins Totenreich, war Thot neben Anubis für die korrekte Ausführung des Beisetzungsrituals verantwortlich, er geleitete den Verstorbenen vor die Götter. Die Weisheit dieses „Dolmetschers Ägyptens“ wurde auch im Orakelwesen geschätzt, galt er doch als „Wissender, der das Morgen verkündet und die Zukunft ausspäht, ohne sich irren zu können“. Seine Weisheit und sein Wissen waren so umfassend, dass er als derjenige, „der die Geheimnisse kennt“, „groß an Zauberkraft“ ist und deshalb als zaubermächtiger Beschützer vor dem bösen Blick, vor Skorpionen- oder Schlangenbissen verehrt wurde.

Eine Lichtgestalt des altägyptischen Pantheons ist er also, mit einer besonderen Kompetenz für das Schriftwesen und die Wissenschaft. […] Der „hilfreiche Bote der Götter“, der „mit sämtlichen Menschen und Göttern Gemeinschaft pflegte.

Florian Ebeling / Das Geheimnis des Hermes Trismegistos

 

Er wird im antiken Ägypten als Schreiber des Himmels betitelt. Was bedeutet, dass er alles aufgezeichnet hat, was das Leben eines Menschen beinhaltet hat, als Grundlage für den weiteren Weg, den man nach dem Tod zu beschreiten hat. Im altägyptischen Totenbuch wird er als Mittler zwischen Menschen und Göttern beschrieben sowie als Berater der Götter.

"Das Schriftstück, das geschrieben wurde zum Amenthes, um die Bewohner der Unterwelt in Kenntnis zu setzen, seitens des Schreibers des Himmels, Oberhauptes der Erde, Vorleser, Ältesten, der die Götter und Menschen führt, des Wahrheitsschreibers der Götterneunheit, er hasst die Sünde, Thoth ist sein Name."  

Papyrus Rhind II

Hermes:

Hermes: Gott der Fruchtbarkeit, der Herden und der Weiden, der Gymnastik und der Rede. Als Förderer von Handel und Verkehr wurde ihm die Verehrung der Kaufleute zuteil. Einen eher zweifelhaften Ruhm genoss er als Schirmherr der Diebe. Wie Thot war er der Seelengeleiter der Toten in die Unterwelt, sogar in umgekehrter Richtung. […] Dieser Grenzgänger zwischen Göttern und Menschen, zwischen Diesseits und Jenseits, war gleichfalls mit der Kraft der Zauberei und Magie begabt…

 

Hermes Trismegistos: entstand im hellenistischen Ägypten aus einer Verschmelzung der Bilder dieser Götter. […] Im Jahre 332 v. Chr. beherrschten die Griechen Ägypten nicht wie Fremde. Ägyptische Götter wurden mit Griechischen gleichgesetzt.“

Florian Ebeling / Das Geheimnis des Hermes Trismegistos

 

Eine Vielzahl seiner Fähigkeiten und Attribute, von denen Diodor in seiner Griechischen Weltgeschichte berichtet:

„Sprache und Schrift, Religion und Musik, Astronomie und Technik der Köperpflege werden auf Hermes Trismegistos zurück  geführt. […] In der Überlieferung gewinnt er immer mehr an menschlicher Gestalt, lebt und wirkt unter den Menschen als Lehrer und Erzieher. […] Er gilt als Urahne aller Weisheit, Philosophie und Theologie; Demokrit, Platon, Pythagoras und Eudoxos hätten sich durch die ägyptischen Priester und das Wissen des Hermes belehren lassen.“

Florian Ebeling/Das Geheimnis des Hermes Trismegistos

 

Hermetische Schriften:

Wir können uns nicht auf Schriften berufen, welche von Hermes Trismegistos selbst verfasst worden sind; von Hermetischen Schriften sprechen wir, wenn diese sich auf jenen berufen. Dabei ist zu bedenken, dass es unterschiedliche Interpretationen über die Hermetischen Lehren gibt. Es gibt zwei Schriften, auf die sich die Ausbreitung im Mittelalter in Europa begründet. Zum einen ist das die im Jahre 1463 aufgetauchte Handschrift des Corpus Hermeticum und zum anderen die? Tabula Smaragdina, einem ursprünglich aus dem Arabischen stammenden Text.

1908 erschien erstmals in englischer Sprache das Kybalion, geschrieben von drei Eingeweihten. Das Buch trägt als Untertitel: Eine Studie über die hermetische Philosophie des alten Ägypten und Griechenland und beinhaltet die Erklärung der sieben hermetischen Prinzipien. Aus meiner Sicht ist das Buch ein Muss für jeden hermetisch Interessierten. Allerdings haben sehr viele meiner Teilnehmer geäußert, die Sprache nicht zu verstehen. Darum habe ich mich vor ca. 20 Jahren entschieden, dieses Wissen in eine alltägliche und zeitgemäße Sprache zu übersetzen. So entstand mein Basisseminar, in dem ich die drei großen Ebenen und die sieben hermetischen Prinzipien so erkläre, wie ich sie verstanden habe.  

Im Laufe der Jahre ist mir schon viel begegnet, was als hermetisch bezeichnet wurde: Verfechter magischer Praktiken, gechannelte Aussagen, oberflächliche und zusammengewürfelte Halbwahrheiten und Weisheiten. Alles Mögliche wird als hermetisches Wissen oder Gedankengut verkauft. Darum betone ich, dass alles, was auf diesen Seiten zu finden ist, meine persönliche Interpretation der Hermetik ist. 

 

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