DHP-Newsletter "Tränen – das Seelenwasser"

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Das Vergießen von Tränen ist Gold wert. Unsere Seele hat ihre eigenen Ausdrucksweisen, unsere Tränen sind eine davon. Es lohnt sich, über Tränen nachzudenken und sich damit ihren Wert zu erschließen.

Unsere Seele ist heilig und braucht sich nicht zu entwickeln, sie will sich nur entfalten. Sie muss weder geheilt noch erweitert werden, sie ist der Teil des Allumfassenden, der uns zuteil ist, der uns mit dem Höchsten verbindet, uns lenkt und leitet. Dieser Teil ist voller Liebe und Weisheit, er ist vollkommen, darum existiert dort das absolute Verständnis für alles, was wir erleben.

Trotzdem gibt es einen Seelenschmerz, der immer dann auftritt, wenn wir unsere Seele ignorieren, wegdrücken, unterdrücken, missachten und uns verbiegen. Um genau diese selbst auferlegten Einschränkungen und Begrenzungen wahrnehmen zu können, sendet uns unsere Seele ein schmerzhaftes Gefühl - den Seelenschmerz! Eine ganz wunderbare Orientierungshilfe, breitet er sich aus, ist es notwendig etwas zu verändern.

Wenn sich Tränen ihre Bahn brechen, dann brechen auch die Grenzen, die wir uns gesetzt haben. Der durch unterdrückte Seelenimpulse aufgestaute Seelenschmerz muss rausgewaschen werden. Unsere Tränen sind das Wasser, das den Schmerz lösen kann. Wenn wir uns einmal so richtig ausgeheult und viele, viele Tränen vergossen haben, entsteht eine heilsame Leere in uns. Wir sind nicht mehr in der Lage zu denken oder irgendwelche Emotionen wahrzunehmen, wir fühlen uns leer. Genau in dieser Leere kann sich endlich innerer Frieden ausbreiten. Man will nichts mehr, man hat losgelassen, alle quälenden Gedanken sind rausgespült. Die Tränen sind vergossen und mit ihnen der peinigende Schmerz.

Das Unterdrücken unserer Tränen ist wie Gift, welches sich in uns ausbreitet. Die Auswirkungen sind denkbar undienlich für uns, sie ziehen uns immer weiter runter, bis unser Gemütszustand am Boden liegt. Die alten Muster unserer Gesellschaft sind nicht besonders hilfreich, wenn es da heißt, dass ein echter Mann nicht weine oder dass es sich nicht schicke, vor anderen zu weinen. Memme, Heulsuse und andere Schimpfwörter zeigen, wie Tränen von der Öffentlichkeit eingeordnet werden. Tränen sind was für Weicheier oder Mädchen. Diese Art zu denken wirkt immer noch in unserer Gesellschaft und somit auch auf uns, sie bringt uns dazu, die Tränen immer schön stark zu unterdrücken. Damit beginnt sich das Gift eines negativen Gedankengutes in uns auszubreiten, was dazu führt, uns zu verbiegen und zu verleugnen.

Tränen reinigen und befreien uns von undienlichen Gedanken und Emotionen, sie spülen das „Gift“ wieder aus. Schauen wir uns das mal an ein paar Beispielen an:

Der Verlust einen geliebten Menschen, führt natürlicherweise dazu, dass wir traurig sind, sehr traurig sogar. Die Bewusstwerdung, eine tiefe und vertraute Verbindung, die Liebe zu einem Menschen nicht mehr ausleben zu können und verloren zu haben, ist eine schmerzhafte Erfahrung und schwer zu tragen. Man fühlt sich einsam, verlassen, der Boden wird einem unter den Füßen weggezogen und ähnliche Gedanken und Emotionen wühlen uns auf. Uns ist etwas genommen worden, wir haben nicht freiwillig losgelassen. Gerade wenn ein geliebter Mensch plötzlich und unerwartet stirbt, trifft es uns besonders hart. Leidet ein geliebter Mensch hingegen lange unter einer Krankheit, wünschen wir ihm Erlösung und es ist leichter loszulassen.

Trauer ist ein guter Abschiedsschmerz, sie fährt uns runter und zeigt uns unsere tiefe Verbundenheit; alles andere rückt in den Hintergrund und wir können die Bedeutung unserer Beziehung besonders gut fühlen. Es ist traurig, nun nicht mehr gemeinsam durch dieses Leben gehen zu können. Diese Trauer ist wichtig und gut für uns.

Kummer hingegen ist Gift, das sich in uns ausbreitet. Im Gegensatz zur Trauer ist Kummer eine negative Form der Verarbeitung und schwingt unser Ego an. Wir fallen ins Selbstmitleid und in die Verzweiflung. Trauer kann Dankbarkeit und Liebe ins Bewusstsein fördern, Kummer bringt uns Sorge und lässt und die Situation beklagen.

Tränen reinigen all diese Emotionen, denn wir können schlecht immer mit der Traurigkeit und schon gar nicht mit dem Kummer unser Leben beschreiten. Wer seinen Tränen keinen freien Lauft lässt, wird hart mit sich selbst und der Welt. Wer glaubt stark sein zu müssen und darum seine Tränen unterdrückt, wird hart – nicht stark. Diese Härte wirkt sich negativ auf das Bewusstsein und Gemüt aus. Sich den Tränen hinzugeben und zu weinen, solange es eben dauert, es immer wieder zuzulassen, wenn sie sich wieder und wieder zeigen, los- und sie laufen zu lassen spült den Schmerz aus und bringt inneren Frieden.

Tränen fließen auch, wenn uns etwas von Herzen berührt, wir etwas besonders schön finden, Herzenswärme und Liebe spüren. Bei der Hochzeit des eigenen Kindes, wenn wir sehen, wie jemand einem anderen hilft, bei Handlungen, die beseelt ausgelebt werden, die unsere Seele ansprechen und sich soooo richtig anfühlen. Da gibt es viele Beispiele, ihr wisst sicher, was ich meine.

Hier werden Sehnsüchte erfüllt, die in uns liegen. Unsere Tränen lösen endlich den unbewussten Schmerz des Unerfüllten. Auch hier gilt es, sie laufen zu lassen und nicht zurückzuhalten. Wenn wir diese Tränen unterdrücken, bleibt das Unerfüllte in uns hängen. Auch das verhärtet uns und wir können die Erfüllung nicht erleben. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass derjenige, der nicht weinen muss, hart ist – er hat schlicht diese Sehnsucht nicht in sich und muss entsprechend nichts lösen.

Kinder weinen schneller und mehr als Erwachsene. Ihre Seelentüren stehen weit offen, so manch ein Erwachsener hat die Tür zur Seele fest verschlossen. Wenn unsere Kinder sich nicht entfalten können, weil ihnen ein Verbot ausgesprochen wurde, wenn sie eine Situation nicht begreifen oder nicht so verläuft, wie sie es gerne hätten, dann weinen sie. Und das ist gut so, denn damit lassen sie los und spülen den Kummer raus. Oft haben sie auch noch keine andere Möglichkeit mit der Situation umzugehen. Bitte lasst eure Kinder weinen, wenn ihnen danach zumute ist. Blöde Sprüche wie: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“, fordern die Kinder auf, sich zu verbiegen und ihre Gefühle zu verstecken, das hat schlimme Folgen.

Es reicht, sie in den Arm zu nehmen und weinen zu lassen. Nicht immer muss man alles erklären und auflösen, manchmal braucht man einfach nur da zu sein. Unsere Kinder sind sehr empfänglich für die Liebe und diese braucht keine Worte, die fühlt man. Du kannst deinem Kind nichts Besseres geben als deine Liebe.

Nicht alles kann sich so gestalten, wie wir uns das wünschen, das ist bei unseren Kindern natürlich auch so. Wenn ein Kind weint, dann heißt das für die Erwachsenen nicht, dass sie nun alles tun müssten, damit das Kind seinen Willen bekommt. Auch Erwachsene müssen aushalten, dass das Kind seine Enttäuschung verarbeitet, eben mit Weinen.
Wenn wir alles versuchen, um dem zu entgehen, lernt das Kind, dass es bekommt, was es will, wenn es nur weint. Dann werden die Tränen berechnend eingesetzt und sind nicht mehr echt und verlieren damit auch ihre heilende Wirkung.

Manchmal weinen wir auch den Seelenschmerz der anderen. Bei so vielen ungeweinten Tränen und Seelenschmerz, bei all der Härte, die noch nicht aufgelöst ist, braucht die Menschheit Kanäle, durch die die Tränen fließen können. Es kann vorkommen, dass du den Weltenschmerz fühlst und weinen musst…dann weine, auch wenn du es nicht verstehst. Deine Tränen lösen irgendwo in der Welt etwas Härte auf. Und Freudentränen gibt es ja auch noch. Die Freude, als Gegenteil des Kummers, kann diesen auflösen. Tiefe und echte Freude als Auslöser bringt Tränen hervor, die den Schmerz ausschwemmen.

Tränen sind reinigendes Seelenputzmittel …

Ich wünsche euch einen schönen Oktober mit der Hingabe an alles, was sich für euch zeigt. Loslassen und geschehen lassen, so wie die Bäume ihr Laub dem Wind übergeben. Jede Veränderung führt zu einem neuen Beginn.

In Verbundenheit

Babette Bielke



Angebote

Mehr Seelenwissen, bekommt ihr in dem Video:



Wandlungs- Workshop

Dieser Workshop hat eine begrenzte Teilnehmerzahl von 4 Personen, darum ist er für jeden Teilnehmer intensiv und Einsichtsreich.
Hier wird dir klar, praktisch, spielerisch und verständlich aufgezeigt, wie du die von dir gewählte Thematik wandeln kannst.

Der Workshop findet am 19. Oktober von 10:00 bis 18:00 Uhr in Wesendorf statt.
Es sind noch zwei Plätze frei.

Weiter Informationen und die Anmeldung findest du hier: LINK



Gemeinsame Meditation

Am 18. Oktober um 19:00 Uhr.

„Gib oder empfange“

Weitere Informationen findest du hier: LINK



Jahresvorausschauen 2020

Die Planung der JV steht an. Es wird ein Seminar zu der Jahresschwingung geben und ein ganz spezielles Silvester Seminar.
Vorbereitet ins neue Jahr übergehen und gemeinsam hinein meditieren, anschließend feiern wir.

Wer eine Jahresvorausschau bei sich organisieren möchte, sollte sich jetzt mit mir in Verbindung setzen.

Der Kalender ist auch ganz bald fertig und kann bestellt werden.